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Die Löwin hält ein Nickerchen in einem Kaktusbaum. Sonderlich bequem sieht das nicht aus.

Queen Elisabeth NP

Von unserer Lodge blicken wir auf den Kazinga Channel, der die beiden Seen Edward und George miteinander verbindet.

Mweya Lodge

Das dominante Pavianmännchen wacht über die Umgebung und sorgt so für die Sicherheit seines Trupps.

Queen Elisabeth NP

Uganda ist berühmt für seine Berggorillas. Auch für uns der Hauptgrund, dorthin zu reisen. Aber das kleine Land in Ostafrika hat noch viel mehr zu bieten.

Uganda

Uganda ist ein seit 1962 unabhängiger Binnen­staat in Ostafrika. Hauptstadt und größte Stadt Ugandas ist Kampala. Mit einem nominellen Brutto­sozial­produkt von 908 US$ pro Kopf/Jahr ist Uganda eines der ärmsten Länder der Welt. Uganda grenzt im Norden an den Südsudan, im Osten an Kenia, im Süden an Tansania, im Südwesten an Ruanda und im Westen an die Demokratische Republik Kongo. Die Grenzen zu Kenia und Tansania verlaufen zum Teil durch den Victoriasee.

Englisch und Swahili (seit der Verfassungs­änderung vom September 2005) sind die beiden offiziellen Amtssprachen. Swahili ist faktisch die Kommando­sprache von Polizei und Militär und wird darüber hinaus in der zivilen Verwaltung kaum genutzt.

Uganda ist von Seen, dem Weißen Nil (hier: Viktoria-Nil und Albert-Nil) und Savannen geprägt. In National­parks im Südwesten kommt tropischer Regen­wald vor. Durch den Süden des Landes verläuft der Äquator. Der tiefste Punkt Ugandas ist der Unterlauf des Albert-Nils auf etwa 610 Meter über dem Meeres­spiegel (Albertsee 621 m über dem Meeresspiegel). Der Margherita Peak (auch: Mount Stanley) im Ruwenzori-Gebirge als höchster Punkt ist 5.110 Meter hoch.

Quelle: Wikipedia

Flug

Wir fliegen dieses Mal über Istanbul, um den afrikanischen Kontinent zu erreichen. Mitten in der Nacht machen wir einen kurzen Halt in Ruanda, um noch ein paar Passagiere in Kigali mitzunehmen. Aufgrund eines Unwetters fliegen wir noch eine Stunde extra über die Hochebenen Ugandas, bis wir dann endlich im Morgengrauen in Entebbe, 35 km südlich von Kampala, am Ufer des Viktoriasees landen. Der in den Fünfziger Jahren erbaute Flughafen wurde in der letzten Zeit erweitert und hat eine großzügige Abflughalle bekommen, dennoch ist der Flugbetrieb hier im Osten des Kontinents überschaubar.

Auf dem Gepäckband drehen viele Gepäckstücke ihre Runde – nur unsere Koffer sind nicht dabei! Wie sich herausstellt, ist kein einziger Koffer unseres Fluges angekommen. Die kommen ja eh erst morgen, ist hier regelmäßig der Fall ... Also verbringen wir nun Stunden am Lost-and-Found-Schalter mit knapp 200 anderen Passagieren, die jetzt ebenfalls einen Bericht ausfüllen.

Während Anny den Papierkram erledigt, sucht Micha unseren Guide und Fahrer Henry, der schon seit Stunden geduldig auf uns wartet.

Vor dem Flughafen steht eine riesige Gorilla Statue, klare Ansage seitens der Tourismus­behörde, um was es hier geht. Eigentlich ein beliebtes Fotomotiv, doch heute Morgen ziehen alle Touristen an der Statue vorbei, denn jeder ist verärgert über das fehlende Gepäck.

Und so kommen wir am späten Morgen im Lake Victoria Serena Golf Resort & Spa im Stadtteil Lubowa mit sehr leichtem Gepäck an und bekommen gerade noch Frühstück. Wir sind müde, aber irgendwie heilfroh, dass wir erst morgen weiterfahren, sonst hätten wir jetzt ein richtiges Problem.

Lake Victoria Serena Golf Resort & Spa

Wir starten unseren Urlaub erstmal mit einem Tag im Hotel.

Wir erkunden erst einmal die großzügige Hotel­anlage, die sich wie ein kleines Dörfchen über einen kleinen Hang erstreckt und können gleich drei große Hochzeits­gesellschaften beobachten, die das Anwesen hier nutzen. Auf der unteren Platt­form geht es zu wie bei einer Auktion, der Moderator gibt am Mikrofon sein Bestes: "Now the Uncle, please. Come. Come close please. For a picture with the bride. Please be close. Daisies angels next."

Wie wir erfahren, sind diese großen Hochzeiten recht teuer und das Brautpaar hat durch verschiedene Aktionen die Möglichkeit, die Rechnung ein wenig zu mildern. Wie z.B. ein Foto mit dem Paar, ein Tanz mit der Braut, etc.

Den Abend lassen wir auf Anraten unseres Bar­tenders “Bismack” mit einem “Nile” Bier aus­klingen. Das Special Lager ist ein Bier der „Nile Breweries“, die in der Stadt Jinja, ca. 80 km östlich der Hauptstadt, direkt am Victoriasee brauen. Strohgelb zeigt sich das Nile Special im Glas und entspricht einigen Erwartungen. Es riecht, wie so viele afrikanische Biere, nach Mais, ist leicht, erfrischend und passt wohl perfekt in das Klima Ugandas. Und die 5,6 vol Alkohol­gehalt machen sich nicht wirklich bemerkbar.

Überall um uns herum pulsiert das Leben. Interessiert beobachten wir das geschäftige Treiben auf beiden Seiten der Straße im Abendlicht.

Queen Elisabeth Nationalpark

Mit frischen Klamotten geht es endlich richtig los.

Nachdem die Koffer vom Flughafen abgeholt sind, machen wir uns im Morgen­grauen auf den Weg zum Queen Elizabeth National Park, ganz im Westen des Landes. Wir können beobachten, wie langsam das Leben links und rechts der Straße erwacht. Dabei fällt uns auf, dass das Land, obwohl wesentlich ärmer als zum Beispiel Kenia, deutlich sauberer  ist. Wir sehen Menschen, die den Müll aufsammeln und zu Recycling­stationen bringen.

Wir folgen dem Masaka Highway nach Westen. Überall befinden sich kleine Shops am Straßen­rand, jede Ansiedlung von Menschen ist gleich aufgebaut. Neben der Straße befindet sich ein circa 10 m breiter Streifen aus festgestampfter Erde, danach reihen sich viele bunt angemalte Läden aneinander, die sich jeweils auf einem Sockel befinden, um den Dreck draußen zu halten. Die Beschriftung auf den Fronten sind allesamt handgemalt und bestechen durch ihre Präzision der Schriften und Logos. Es werden Möbel angeboten, Haushalts­waren, Baustoffe, Textilien, Schuhe, Farben, elektronische Geräte – eben alles, was man zum Leben braucht. Obst und Gemüse werden hübsch in kleinen Pyramiden gestapelt und uns läuft das Wasser im Munde zusammen, als wir das üppige Angebot sehen. Zwischen­durch gibt es Gar­küchen, die entweder Mais­kolben oder Fleisch­spieße auf dem Grill zubereiten, um dann das fertige Gargut mitten auf der Fahrbahn anzubieten.

In Kayabwe machen wir eine kurze Pause und nutzen die Gelegenheit, das kleine Monument des Uganda-Äquators zu besichtigen. Dort ist viel los, wir sind nicht die einzigen Touristen, die jeweils einen Fuß auf die nördliche und südliche Hemi­sphäre stellen wollen und so warten wir geduldig, bis wir dran sind. Im Waha Restaurant direkt daneben bekommen wir dann noch die Möglich­keit, die lokale, aus Indien importierte Spezialität Samosa zu probieren. Teig­taschen, die mit allerlei gefüllt werden können – in unserem Fall mit sehr feinem Hack und Gemüse.

Kurz darauf kreuzen wir die Katonga­sümpfe auf einem mehrere Kilometer langen Behelfs-Damm, denn die Infra­struktur wurde hier durch mehrere Regen­zeiten schwer in Mit­leidenschaft gezogen. Jedenfalls gibt es keine ordentliche Fahrbahn, und so fährt hier jeder irgendwo, mit dem Versuch, den besten Weg um all die Schlag­löcher zu finden. Die Strecke ist stark von LKWs befahren, denn hier treffen sich zwei Haupt­verkehrs­adern: einmal aus Ruanda im Süden und aus dem Kongo im Westen.

Neben der Straße sehen wir einige Marktstände, die grob aus Brettern zusammengezimmert wurden – mit verschiedenen Fischen in der Auslage. Einige Fischer halten sogar ihren Fang empor und laufen auf die Fahrbahn, um auf sich aufmerksam zu machen. Wie frisch die Ware denn wirklich ist, können wir leider nicht feststellen.

Wir fahren weiter nach Mbarara, wo wir im Igongo Cultural Center Museum ein sehr verspätetes Mittag­essen bekommen. Selbst­verständlich probieren wir die lokalen Spezialitäten, wie Matoke (gedämpfter Kochbananen­brei) mit einer Erdnuss-Sauce und das lila klebrige Karo – ein Gericht aus Hirse, das mit einer Ghee-Sauce serviert wird.

Die Sonne steht schon tief, als wir weiter nach Westen fahren, die Tages­etappe von knapp 400 km ist doch ganz schön lang. Richtig zügig kann man hier nur selten fahren, denn ständig wird man von Boden­wellen, den so genannten schlafenden Polizisten, abgebremst.

Die Landschaft hat sich geändert, wir verlassen Sümpfe und Wälder und tauchen in eine sanfte Hügel­landschaft ein, die von Tee­plantagen geprägt ist. Die Dämmerung fällt, und es wird sehr schnell dunkel. Bald schon fahren wir durch die Nacht und sehen leider nicht mehr die Ebene des Parks vor uns, als wir die Berge verlassen.

Wir kommen viel zu spät am Gate an, aber Henry schafft es irgendwie, den Ranger davon zu über­zeugen, dass wir doch noch hinein dürfen, denn unsere Lodge liegt nun mal mitten im Park. Plötzlich bremsen wir abrupt, und es stellt sich heraus, dass der dicke Ast, den wir auf der Piste gesehen haben, tatsächlich eine Python ist. Und mit knapp 2,5 m ein Pracht­exemplar!

Wir kommen endlich in der Lodge an und erledigen erstmal den Papier­kram. Emanuel an der Rezeption führt uns stolz seine paar Brocken Deutsch vor und begrüßt uns herzlich. Wir sind spät dran und die Küche wird in paar Minuten geschlossen, deshalb begeben wir uns direkt in den Speise­saal. Da wir uns die Lodge nur mit einem weiteren Ehepaar teilen, hat die Küche auf ein fixes Menü umgestellt und so freuen wir uns auf vier Gänge. Wir bestellen gerade ein Glas Pinotage des roten Haus­weins “Four Cousins” aus Südafrika, als Henry sich zu uns gesellt.

Der Wasserbüffel zieht nach einem ausgiebigen Schlammbad über die weitläufige Grassavanne.

Wir brechen auf, um unsere Unterkunft zu beziehen, und werden vor dem Haupthaus vom Wach­personal der Lodge in Empfang genommen. Unser Zelt liegt ein paar Minuten vom Haupt­haus entfernt, am Ende der Anlage, und so macht sich die kleine Gruppe auf den Weg. Henry entscheidet sich, mit dem Auto hinter uns her zu fahren und uns den Weg auszuleuchten.

Doch dann plötzlich große Unruhe! Vor unserem Zelt­eingang stehen 2 aus­gewachsene Hippos und grasen. Die Guides werden nervös, also verstecken wir uns alle hinter unserem Jeep, Hippos können zwar mehr als 30 km/h rennen, aber fürs Haken schlagen sind sie eher nicht bekannt. Die beiden Tiere werden mit Rufen und Steine werfen vertrieben und wir dürfen unsere Unterkunft für die nächsten 3 Nächte betreten. Wir fallen tod­müde ins Bett und hören nachts die Löwen brüllen.

Der schönste Ausblick zum Frühstück.

Absolute Stille liegt über dem Kazinga Channel und wir hören nur das Klappern aus der Küche und das sanfte Gemurmel der Mannschaft vor Ort, die das Frühstück zubereitet. Da wir außerhalb der Saison hier sind, ist dem­entsprechend nicht viel los – wir teilen uns die Terasse mit einem anderen Pärchen, das sich ebenfalls für den anstehenden Gamedrive rüstet.

Der Queen Elisabeth Nationalpark:

Der Park hat eine Größe von 2.056 km², ist somit etwas kleiner als das Saarland und grenzt im Westen an den Eduardsee und den Virunga-National­park in der Demokratischen Republik Kongo, von dem er durch den Fluss Ishasha getrennt ist und im Norden an das Ruwenzori-Gebirge. Am besten erschlossen ist das Gebiet um das Besucher­zentrum auf der Mweya-Halbinsel zwischen Lake Eduard und dem 13 km langen Kazinga Channel. Dieser fließt vom Lake George im Osten mit geringem Gefälle zum Lake Eduard im Westen des National­parks. Bei Boots­fahrten auf dieser natürlichen Wasser­straße bieten sich hervor­ragende Beobachtungs­möglichkeiten für Fluss­pferde und Pelikane sowie für Zugvögel, die den europäischen Winter hier verbringen.

Und genau auf dieser Mweya-Halbinsel am Kanal liegt unsere Lodge für die nächsten Tage.

Quelle: Wikipedia

Der Park ist weit und eben und wird an zwei Seiten von Berg­ketten gesäumt, die hoch genug sind, dass die Regen­wolken hängen bleiben.

Auf Safari im Nordteil des Parks

Irgendwie keiner zu Hause.

Nach dem Frühstück geht es direkt auf unseren ersten Game Drive. Erstmal müssen wir allerdings zum Entrance-Gate, die Nationalpark-Gebühr bezahlen, da gestern Abend niemand mehr am Gate war. Danach geht es direkt los und wir kommen nicht weit, denn nur Meter hinter der Lodge sehen wir als erstes Löwen am Straßenrand liegen. Also die Löwen, die wir nachts brüllen gehört haben.

Wir sehen eine Gruppe Paviane am Straßenrand, einige Vögel und Antilopen, darunter den Uganda Kob oder die Uganda-Grasantilope. Sie sieht ein bisschen so aus wie ein Impala, der ein bisschen zu viel gegessen hat und mal wieder zum Friseur muss. Diese Antilopenart gibt es jedoch nur in Uganda, Teilen des Kongos und im Südsudan.

Das Wetter ist für diese Zeit eher untypisch, normalerweise regnet es viel im November und wird ab Dezember trocken, da es aber im November gar nicht geregnet hat, ist die Land­schaft trockener als üblich und das Wetter ist jetzt im Dezember dafür Grau und bedeckt, wir haben also sehr wenig Licht zum Fotografieren. Außerdem ist der National­park im Vergleich zu anderen afrikanischen Parks längst nicht so erschlossen, die wenigen Straßen sind oft nicht gewartet und daher unbefahrbar, was es sehr ursprünglich macht – aber auch sehr schwer, etwas zu sehen.

Wir kreuzen die Bundesstraße, die den Park in zwei Teile teilt und erreichen das Kasenyi Main Gate im Nordteil des Parks. In anderen National­parks, die wir besucht haben, streitet man sich oft mit knapp 50 weiteren Fahr­zeugen um den besten Platz. Das ist hier schon sehr exklusiv, wir sehen vielleicht 3 Safari-Jeeps über den ganzen Tag verteilt. Es gibt somit auch keinen regen Funk­verkehr, über den die Fahrer Sichtungen melden. Wenn man sich also irgendwo in der Land­schaft trifft, verweilt man kurz und tauscht sich aus. Alles sehr old school.

Die Landschaft ist wunderschön und nahezu eben: das gelbe Gras leuchtet, obwohl der Himmel nun bedeckt ist und zieht sich bis zum Horizont. Die Savannen­landschaft ist weitläufig und wird regelmäßig von kleinen Vegeta­tions­inseln mit Sträuchern und Kaktus­bäumen unterbrochen. Eingerahmt wird das Bild zu allen Seiten von Blau schimmernden Hügel­ketten, die höchsten davon im Nord­westen mit den Rwenzori Mountains.

Wir sehen Herden von Wasserböcken und Antilopen, außerdem finden wir Hippos, die sich in den letzten verbliebenen Schlamm­löchern suhlen und mit dem getrockneten Schlamm langsam ver­schmelzen und so wie abstrakte Kunst­werke aussehen. Unser Game Drive ist heute nicht sehr ergiebig. Wo sonst stets auf ein paar Zebras oder Giraffen Verlass ist, herrscht gähnende Leere. Letztere gibt es in Uganda sehr selten und in diesem Park überhaupt nicht. So verfahren wir noch ein paar Liter Diesel und machen uns langsam auf den Rück­weg.

Auf dem Weg zum Kabatoro Gate fahren wir am Vulkan­krater Nyamunuka vorbei, einer der großen Explosions­krater des Bunyaruguru Crater Field, die vor 8.000 Jahren die Landschaft hier geformt haben. Geologisch gehören die Krater zum großen ost­afrikanischen Graben­bruch, dem auch die großen Seen der Region wie Perlen an einer Schnur folgen.

Hier riecht es jedenfalls ordentlich nach Schwefel und dank der kurz aufblitzenden Sonne gibt der See noch ein schönes Motiv ab.

Henry durchforstet konzentriert die Landschaft nach Elefanten, er kann selbst nicht fassen, dass wir noch keine gesehen haben. Dabei übersieht er doch tatsächlich eine Löwin in einem Kaktus­baum, aber zum Glück hat Anny ihre Augen überall und wir können ein paar Fotos von der großen Raub­katze schießen. Sehr bequem sieht das allerdings nicht aus.

Wassersafari auf dem Kazinga Channel

Zwischen Lake Edward and Lake George.

Nach einem Lunch in der Lodge und einer kurzen Pause geht es am frühen Nachmittag auf eine Bootsfahrt auf den südlichen Kilometern des Kazinga Channels. Wir haben Glück mit dem Wetter, es regnet nicht und ab und an stiehlt sich ein Sonnen­strahl durch die dichte Wolken­decke. Wir sehen Elefanten, Büffel, Krokodile und viele Hippos am Wasser, deren Bestand sich vom Milzbrand-Ausbruch von 2005 wieder komplett erholt hat.

Überall flattern nervös Pied Kingfisher durch die Gegend, diese Eisvogel-Art hat am Ufer ihre Brut­höhlen. Wir treiben relativ lautlos übers Wasser und können so die Tiere ganz gemütlich beo­bachten.

Hier mündet der Kazinga Channel in den Lake Edward. Das Ufer der gegenüberliegenden Seite liegt bereits in der Demokratischen Republik Kongo.

Wir fühlen uns ein wenig an den Chobe National­park in Botswana erinnert, als wir mit unserem Boot nahe an den Ufern des Kazinga Channels an den Tieren vobei­gleiten. Auch hier stehen die Elefanten in aller Ruhe am Wasser­rand oder folgen den saftigen Gras­matten entlang der Wasser­kante.

Übrigens:

Interessant ist hier in Uganda, dass es viele Dörfer innerhalb der National­park­grenzen gibt. Tiere und Menschen koexistieren hier, man lässt die Menschen in ihrer Heimat bleiben und erlaubt ihnen, in gewissen Grenzen zu fischen, Vieh zu halten oder Ackerbau zu betreiben, dafür wird nicht gewildert. Außerdem gehen 20% aller Einnahmen zurück an die Community. Es werden Schulen, Kinder­gärten, Kranken­häuser oder Ähnliches gebaut, um den Menschen die nötige Infra­struktur zu gewährleisten und sie wohl­wollend gegenüber dem Tourismus und dem damit einher­gehenden Natur­schutz zu stimmen.

Am Nachmittag streunen wir noch ein bisschen durch die Lodge, um Vögel zu fotografieren. Wir finden ein Sunbird-Paar, das ein kleines Nest in einem Baum hat und eifrig dabei ist, ihre Jungen zu füttern. Die kleinen Nektarvögel – das afrikanische Pendant zu Kolibris – bewegen sich blitzschnell und machen es beinahe unmöglich, ein scharfes Bild zu schießen.

Danach gibt es einen Gin Tonic als Sundowner auf der Terrasse der Lodge, die zum Glück überdacht ist, da ein heftiges Gewitter wütet. Selbst­verständlich probieren wir das lokale Produkt, das uns dann auch mit Stolz serviert wird: ‘Ein wahres Geschenk Ugandas an die Welt‘ – dieser Aussage können wir nur bei­pflichten. Die Kakira Distillery liegt ebenfalls in der Stadt Jinja, ca. 80 km östlich der Hauptstadt. Nach dem Motto ‘Vom Feld in die Flasche‘ verwendet das Unter­nehmen lokal angebaute Zutaten und lediglich 7 Botanicals und der Gin überzeugt mit Noten von Wacholder, Ingwer, Zitrus­früchten, Kardamom und schwarzem Pfeffer.

Das Abendessen nehmen wir gemeinsam mit unserem Guide Henry ein und plaudern angeregt über Gott und die Welt. Dieses Mal sind keine Hippos vor unserem Zelt und wir krabbeln unbehelligt in unsere Betten. Nachts hören wir laute Geräusche neben dem Zelt und können sie nicht zuordnen. Löwen­gebrüll ist es nicht, denken wir, am ehesten sind das Affen, also nix Gefährliches. Augen zu und weiter schlafen.

Momentaufnahmen.

Am nächsten Morgen stellt sich heraus, dass der vermeintliche Affen­lärm der Nacht von drei Löwen­jungen stammte, die mit ihrer Mutter auf der Terrasse des Zeltes nebenan gespielt haben. Aber leider ist die Löwen­familie ver­schwunden und unauffindbar …

Wir fahren wieder durch die schöne Savannen­landschaft und suchen nach Tieren. Henry entdeckt eine Leopardin im tiefen Gras. Wir beobachten, wie sie durch die hohen Halme streift und sich dann praktisch ins Nichts auflöst. Henry sieht kurz darauf ihren Teenager-Sohn, einen jungen Leoparden, der sich ebenfalls ins hohe Gras verdrückt. Wir stehen bestimmt 10 Minuten am Straßen­rand und scannen die Landschaft, aber die Vegetation macht die Katze unsichtbar. Solange sich das Tier nicht bewegt, haben wir keine Chance. Henry träumt sogar in den kommenden Nächten von dem Tier, es lässt ihn nicht los, dass wir es nicht mehr gefunden haben.

Dafür finden wir 4 Löwen im hohen Gras. Gleiches Problem wie zuvor beim Leoparden. Die Tiere schauen nur ganz kurz hoch, um die Umgebung zu beobachten – und schwupps liegen sie wieder im tiefen Gras. Aber wir warten geduldig und irgendwann stehen alle der Reihe nach auf und laufen auf uns zu und an unserem Auto vorbei – um auf der gegenüberliegenden Seite wieder einmal im hohen Gras zu verschwinden.

Viel zu lange passiert gar nichts. Dann plötzlich Hektik am Auslöser: die Tiere bewegen sich, kommen auf uns zu und schon ist der Moment wieder vorbei.

Kurz bevor wir das Ufer des Lake George erreichen, sehen wir in weiter Entfernung einen 1 Tag alten Kill, dessen Reste bereits von zahl­reichen Geiern gesäubert werden. Wir fahren weiter und durch­forsten den Park nach Motiven bis wir den Lake Bunyampaka erreichen. Da dieser Krater­see über keinen Abfluss verfügt, ist er stark salzhaltig. In den Trocken­zeiten des Jahres wird das Salz dann von den Männern und Frauen der Community abgebaut und verkauft. Da das nicht ausreichend ergiebig ist, gibt es auch ein umfang­reiches Sortiment an Souvenirs, die am Ufer des Sees an verschiedenen Ständen von den Touristen erworben werden können.

Auf dem Weg zurück zur Lodge, sehen wir doch tatsächlich noch eine kleine Elefanten­familie am Straßenrand. Zu lange können wir jedoch nicht verweilen, denn das Mittag­essen wartet ja auf uns. Eigentlich hangeln wir uns hier von Essen zu Essen, und die Portionen sind nicht gerade klein. Henry hat schon gewitzelt, dass wir am Ende unseres Aufent­halts wohl ein paar Pfunde mehr mitnehmen würden. Mal sehen, ob er recht behält.

Der Nachmittags-Drive startet unter schwierigen Bedingungen: Es hat angefangen zu regnen. D.h. die wenigen Tiere, die da sind, harren der Dinge, bewegen sich nicht und hoffen wie wir, dass der Regen bald aufhört. Der Leopard Loop bringt leider keine Tiere zum Vorschein, aber plötzlich ent­ziffert Henry die lokale Botschaft der Busch-Post: ein Fetzen Klo­papier hängt an einem Ast. Hier muss also irgend­etwas in der Nähe sein, denn das Papier hat sich noch nicht aufgelöst! Und bald werden wir fündig: nasser Löwe im Gebüsch… Nicht das beste Motiv. Aber besser als überhaupt keine Sichtung an diesem Nach­mittag.

Queen Elisabeth Park, Süden

Ishasha | Bwindi

Es regnet und die Zeit steht still. Das sonst quirlige Leben der Wildnis macht eine Pause und alles wartet darauf, bis das Wetter sich ändert.

Ein paar Gedanken

Land & Leute

Obwohl Uganda sich im internationalen Vergleich auf den hinteren Plätzen im Armutsindex befindet, hatten wir doch überall das Gefühl, dass die Menschen hier generell zufriedener sind, als in den anderen Ländern Afrikas, die wir bereits besucht haben. Hat vielleicht auch mit der Ursprünglichkeit des Landes zu tun, die durch weniger Tourismus noch nicht verloren gegangen ist.